Heute, am 6. 11. 2014 war sich die FBB nicht zu schade, wieder mal absolut untaugliche Informationen im MAZ Lokalteil über Möglichkeiten zur Berechnung der künftigen Fluglärmbelastung im Umfeld des Flughafens BER am Standort jedes Betroffenen zu veröffentlichen.

Abgesehen davon, dass hier vom Prognosejahr 2015 ausgegangen wird und somit nicht die zu erwartende Fluglärmbelastung des einzig interessierenden Prognosejahres 20XX untersucht wird, ist das Ausgangsdatenmaterial, das hier diesen Berechnungen mit dem DES 2015 zu Grunde gelegt wird, alles andere, als ein Abbild des auf uns Betroffene künftig zukommenden Fluglärmterrors.

 Anstatt 195000 Flugbewegungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten des Prognosejahres anzusetzen, die der planfestgestellten Endauslastung des Flughafens entsprechen, werden nur ca. 150800 Flugbewegungen angesetzt. Selbst dann, wenn der dafür betrachtete Flugzeugmix dem der Planfeststellung entsprechen würde, würden schon für jeden Standort höhere Maximal- und Dauerschallpegel ermittelt werden.

Aber die Krone wird dadurch aufgesetzt, dass man in dem DES 2015 – und damit in dem ohnehin schon zahlenmäßig zu gering angesetzten Flugzeugmix - alle großen, schweren und lauten 3- und 4-strahligen Flugzeuge sowie 3- und 4-motorigen Propeller- bzw. Turboprop-Flugzeuge der Flugzeuggruppen S6.2, S6.3, S7, S8 und P2.2, die maßgebend die zu erwartende Fluglärmbelastung bestimmen, vergeblich sucht. Außerdem werden nur „neue“ Flugrouten betrachtet, die für alle „Altbetroffenen“ laut geltender Beschlüsse nicht maßgebend sind.

Hinzu kommt dann auch noch, wie das in der „Gebrauchsanweisung“ zur Nutzung des Berechnungstools durch die Vertreter Münchhausens proklamiert wird, dass – wenn überhaupt lohnende – Berechnungen nur für diejenigen Wohnstandorte sinnvoll sind, die sich innerhalb der angegebenen Flugroutenkorridore – und dann noch möglichst genau in der Mitte dieser Korridore – befinden. Für davon abweichende, seitliche Ablagen der zu untersuchenden Immobilie wäre zunehmend mit ungenaueren Werten zu rechnen.

Was soll dieser Quatsch – fragt man sich – und für wie blöd versucht man hier wieder diejenigen Menschen zu verkaufen, die keine Möglichkeiten haben, hier hinter die Kulissen zu schauen ?
Nicht genug, dass Vertreter der FBB fast täglich neue „Mehdornitäten“ herausposaunen, als hätten wir hier mit dem BER immer noch nicht genug Unfug produziert, so kommen nun auch noch pseudo-wissenschaftlich verbrämte Berechnungsmethoden zum Vorschlag, die nicht das Papier wert sind, auf dem sie verkündet worden sind.
Prof. Dr.-Ing. Habil. E. Augustin