Dem BVBB wurde immer böswillig, ohne Prüfung des Sachverhaltes unter Schüren von Vorurteilen unterstellt, dass sein Konzept "Zentralflughafen für Deutschland in Sperenberg" - Alternative/Nachnutzung von eine unrealistische Alternative sei. Auf diese Propagandabehauptung, gepflegt von Politik und Flughafengesellschaft, sind viele Menschen und Schreiber in Redaktionsstuben hereingefallen. Wir haben uns über die Ignoranz der Verteufelung für ein neues Denken zur Lösung der Probleme und der Folgen aus der BBI - Standortfehlentscheidung immer nur gewundert.

Gewundert haben wir uns dann auch, als plötzlich die CDU Landes - und Fraktionsvorsitzende in Brandenburg Dr. Saskia Ludwig in der CDU Veranstaltung, Rangsdorf 1 und danach wiederholt für die Aufgabe von Denkverboten in Zusammenhang mit einer möglichen und notwendigen Nachnutzung von BBI Schönefeld plädiert hat. Nicht überrascht waren wir dann aber, dass die Botschaft von Frau Ludwig kaum ein Echo fand, von Platzeck und anderen BBI Protagonisten sogar genutzt wurde, um Frau Ludwig mit dem Vorwurf  der Aufgabe alter CDU-Positionen zu bekleckern..

 

Nun sind wir fast sprachlos. Der ehemalige Chef der DDR-Zentralbank und vormalige Direktor der Deutschen Bank hat in Wildau ausgepackt. Wer nachliest, was Edgar Most zum Besten gab, dem wird wohl unwiderruflich und endlich klar sein was Diepgen, Stolpe, im weiteren Verlauf Wowereit, Platzeck und die Parteivertreter in Berlin und Brandenburg mit ihrer nun selbst zugegeben Standortfehlentscheidung angerichtet haben.
Wenn Most, ganz in Übereinstimmung mit dem BVBB Konzept, auch noch verkündet, dass der parallele Ausbau von Sperenberg beginnen kann, dann ist dies die schwerste Ohrfeige, die allen Ignoranten des BVBB Konzeptes verpasst wurde. Gleichzeitig wird der BVBB wieder einmal bestätigt, weil er schlüssige und machbare Lösungen zur Vermeidung des Fluglärms in dichtbesiedeltem Gebiet hat. Wenn nun Platzeck den Flughafenstandort "Sperenberg" mit Windmühlen kaputt machen will, dann zeigt dies nur seine Unfähigkeit für Brandenburg Zukunftspolitik zu machen. Dabei ignoriert er dann, dass der beste Standort für seinen Solar - und Windmühlenpark das ehemalige Bombodrom in der Kyritzer Heide ist. Aber das will er nicht, weil er eine dritte und vierte Landepiste in Schönefeld möchte, obwohl er verkündet hat, dass dazu seine Phantasie nicht ausreichen würde und seine Partei dazu jüngst einen Beschluss gefasst hat.
Deshalb stellt er eine 3.und 4.  als nicht aktuell in Abrede. Nur wer glaubt diesen ganzen Lügen noch?
Noch etwas, wenn Platzeck wirklich glaubt, den exzellenten Standort Sperenberg für weitere Start- und Landebahnen in Schönefeld opfern zu müssen, dann hat er vergessen, dass er es war, der im Raumordnungsverfahren einen Großflughafenstandort auch in Jüterbog/Ost als herausragend bezeichnet hat. Jetzt muss er erklären, was ihn umtreibt, wenn er unter Verletzung seines Amtseides immer mehr Bürger seines Landes um Gesundheit und Eigentum bringen will, weil er einen Großflughafen zwischen zwei wunderschönen Siedlungsbänder seines Landes auch noch ausbauen will.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12271188/62129
„Sperenberg ist noch möglich“
Banker Edgar Most plauderte aus dem Nähkästchen und verblüffte die Zuhörer in puncto Flughafen

WILDAU - Schon zehn Minuten vor dem Beginn des Seniorenseminars an der Technischen Hochschule in Wildau war der große Hörsaal in der Halle 14 hoffnungslos überfüllt. Verzweifelt versuchten die meist grauhaarigen Besucher, noch ein Plätzchen zu erhaschen. Vergeblich.
„Da bleiben uns wie vor 40 Jahren als Studenten nur die Treppenstufen“, meinte Heinz Cuther aus Eichwalde schmunzelnd und setzte sich mit seiner Frau Edith auf dieselben. „Das ist ein Besucherrekord. So voll war es beim Seniorenseminar noch nie“, meinte die ehemalige Kanzlerin der Hochschule, Renate Wilde.
Der letzte Vizepräsident der Staatsbank der DDR und spätere Direktor der Deutschen Bank in Berlin nahm den Besucheransturm gelassen. Aus der Ruhe bringt den 71-jährigen Edgar Most so schnell nichts. Zwar haben auch ihn Krankheiten gezeichnet, sodass er auf das Stehen am Pult verzichten musste, doch was er zu sagen hatte, ließ die Zuhörer aufhorchen.
Dabei hatte der Banker, ganz Profi, sein Publikum fest im Blick. Der gebürtige Thüringer weiß, wie seine Generation tickt. Er vergaß daher auch nicht die ostdeutsche Seele gehörig zu streicheln. Da fielen im munteren Exkurs über die Euro-Krise und die Wirtschaftskraft Chinas Sätze wie: „Wir haben doch in der DDR aus allem etwas gemacht.“
Most zementierte in seinem anderthalbstündigen Vortrag immer wieder die Erkenntnis, das Geld die Welt regiert. Zugleich aber fragte er, wer das Geld regiert? Schnörkellos ohne jedes Abgleiten in das für Banker so typische Fachchinesisch erläuterte er, dass sich die Geldwirtschaft spätestens seit dem Vietnamkrieg Anfang der 70er Jahre von der Realwirtschaft gelöst hat. Seither sei die Realwirtschaft nur um das 13-fache, die Geldwirtschaft aber um das 40-fache gestiegen.
Zugleich hielt der Banker, der zwar offiziell im Ruhestand ist, aber noch immer über glänzende Kontakte zu Josef Ackermann, Helmut Schmidt, Manfred Stolpe ... verfügt, ein leidenschaftliches Plädoyer für die europäische Integration. Ohne den Euro müsste die D-Mark um 40 Prozent aufgewertet werden. Dies bedeute in Deutschland eine Arbeitslosigkeit von 30 Prozent, so der Banker.
In der Fragestunde ließen sich die Besucher nicht lange bitten. So wollte ein Zuhörer wissen, ob es stimme, dass die Deutsche Bank die Pläne für den Ausbau eines Flughafens in Sperenberg bereits fertig hatte? “ Völlig schmerzfrei erklärte Most: „Ja. Und ich halte Sperenberg noch immer für möglich“. Er habe Anfang der 90iger Jahre drei Jahre direkt an diesem Großprojekt gearbeitet. Damals sei ein Konsortium gegründet worden, an dem sich neben der Deutschen Bank unter anderem die Lufthansa, Siemens sowie die Dresdner Bank beteiligten. Es wollte Most zufolge für damals acht bis neun Milliarden D-Mark plus des Ankaufs der drei Flughäfen Tegel, Tempelhof und Schönefeld den Standort Sperenberg zu einem internationalen Drehkreuz ausbauen. Dort sollten 2001 die ersten Flugzeuge abheben. Dies schloss den Bau der Autobahn bis Sperenberg sowie eine S-Bahnverbindung ein, die Mosts zufolge nur zwei Minuten länger benötigt hätte als die nach Schönefeld. „Die Pläne waren fertig“, betonte Most. Ministerpräsident Manfred Stolpe begrüßte dieses Vorhaben ebenso wie anfangs auch der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen. Doch dann lehnten die Brandenburger im Volksentscheid 1996 die Fusion mit Berlin ab. Fortan habe der damalige Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann ein Stoppzeichen gesetzt. Wenn die Brandenburger keine Fusion wollten, bekämen sie auch keinen Flughafen, hieß es. „Bis heute erschließt sich dieser Zusammenhang für mich nicht“, sagte Most. Für ihn hätte es damals nur eine Chance gegeben, Sperenberg durchzusetzen: ein Aufschrei der Brandenburger. Aber der sei leider ausgeblieben. Schönefeld müsse jetzt fertig gebaut werden. „Doch parallel dazu kann der Ausbau Sperenbergs beginnen. Das ist noch möglich“, erklärte Most. Schönefeld könne kein Drehkreuz werden, um diesen Flughafen werde es immer Ärger geben.
Damit gab Most seinen Zuhörern eine harte Nuss mit auf den Heimweg. Die Wildauerin Maritta Gelgk meinte: „Ich bin sprachlos.“ (Von Franziska Mohr)