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Interviewer: Ihre Untertanen fordern ein absolutes Nachtflugverbot zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr.

Durchlaucht Wowi: Ach ja, wozu brauchen die denn ein Nachtflugverbot? Sehen Sie, selbst schlafe ich doch auch nicht in der Nacht, sondern bin überall dort zu finden, wo Partys stattfinden und mir gehuldigt wird.

Interviewer: Ihre Untertanen wollen und wollen einfach keine Ruhe geben, was den Flughafen, welcher doch ein Geschenk für Berlin und Brandenburg ist, angeht. So konnte man auf einem der Transparente u. a. auch lesen, Fluglärm macht doof. Wie sehen Sie das?

Durchlaucht Wowi: Selbstverständlich macht Fluglärm auch doof, was auch gut so ist, denn sind meine Untertanen doof, werden sie mich auch weiterhin als ihren Herrscher wählen und vielleicht auch bald zum König der Preußen krönen.

Interviewer: Ihre Untertanen merken an, dass Fluglärm krankmachen würde.

Durchlaucht Wowi: Selbstverständlich macht Fluglärm auch krank, doch auch das ist gut so, denn so sterben zumindest schon mal die am meisten Betroffenen früher, was wiederum bedeutet, für einen weiteren Ausbau meines Denkmales BER werden im Umland Grundstücke frei.

Interviewer: Ihre Untertanen beschweren sich darüber, dass sie durch übermäßigen Feinstaub und Kerosin belastet würden.

Durchlaucht Wowi: Selbstverständlich werden sie nicht übermäßig belastet, was die nur wollen. Sehen Sie doch, damit es keine unnötige Belastung der Untertanen gibt, habe ich extra eine Umweltzone innerhalb Berlins geschaffen, was bedeutet, Untertanen, welche in dieser Zone leben, bleiben doch verschont. Und was das Kerosin angeht, sollen die mal alle den Mund halten, denn der verflüchtig sich doch bereits weit oben. Na ja, was die Anrainer angeht, es sind ja nur einige 100.000, die kann man doch ohne weiteres opfern, denn es geht schließlich um die Erbauung und Erhaltung meines Denkmals BER.

Interviewer: Ihre Untertanen beschweren sich darüber, dass der BER am falschen Standort gebaut wurde.

Durchlaucht Wowi: Sollen sie doch, das geht mir doch glatt 10 Meter an meinem Popöchen vorbei. Immerhin ist es doch so, wäre der Flughafen bei Sperenberg gebaut worden, so sieht es die Mehrheit meiner Untertanen, müssten meine Berliner eine weite Anreise dorthin in Kauf nehmen, was man ihnen nicht zumuten kann. Außerdem wäre es dort niemals zu einem Flughafen geworden, welcher meine Handschrift trägt, also auch dem Land Berlin und somit auch mir zum Teil gehören würde, ich selbst niemals Vorstandsvorsitzender hätte sein können, um der Geld-Mafia dienen zu können.

Interviewer: Ihre Untertanen beschweren sich darüber, dass durch den BER Naherholungsgebiete vernichtet werden.

Durchlaucht Wowi: Das ist auch gut so und gewollt, denn sehen Sie, wir schließen doch Tegel und Tempelhof, welche nun ausreichende Naherholung bieten und wem das nicht ausreicht, na ja, der kann ja meinetwegen wegziehen.

Interviewer: Ihre Untertanen prangern an, dass der BER keine 40.000 Arbeitsplätze schaffen würde, ganz im Gegenteil, sogar welche vernichtet.

Durchlaucht Wowi: Wie wir wissen macht Fluglärm doof, was auch gut so ist. Doch leider sind noch nicht alle so doof, um mir das mit den Arbeitsplätzen zu glauben. Doch auch das wird sich ändern, sobald erst ganz Berlin überflogen wird.

Interviewer: Ihre Untertanen prangern an, dass der BER Natur- und Vogelschutzgebiete vernichten würde.

Durchlaucht Wowi: Das kann ich ja nun beim besten Willen nicht verstehen, was die damit erreichen wollen. Vögel können doch fliegen und sind nicht ortsgebunden, also sollen sie sich woanders ansiedeln. Wir brauchen sie nicht und wie Sie wissen, gibt es in Berlin auch einen Zoo, einen Tiergarten und sogar Tauben leben inmitten der Stadt.

Was die Natur angeht, wer braucht denn noch diese, schließlich leben wir im Internet-Zeitalter und da kann sich jeder Bilder der Natur ansehen.

Interviewer: Ihre Untertanen prangern an, dass Sie sogar eine 3. Start- und Landebahn planen.

Durchlaucht Wowi: Sollen sie doch. Eine 3. Bahn ist auch gut so und gewollt, denn schließlich reichen 2 Start- und Landebahnen bei Weitem nicht aus, damit die Menschen begreifen, wie unwichtig sie mir sind und sie ruhig mit Lärm, Kerosin und Feinstaub beworfen werden können. Hauptsache sie sind dann doof genug, mich wieder als ihren Herrscher zu wählen. Auch ein Drehkreuz ist hierzu erforderlich, denn es muss richtig brummen, über den Köpfen der Berliner und Brandenburger und wenn das nicht reicht, dann kommt einfach noch eine 4. Bahn dazu.

Interviewer: Und nun eine letzte Frage. Ihre Untertanen prangern an, dass Sie ihnen Ihre Demo am Ku-Damm nicht gestatten wollen. Was sagen Sie dazu?

Durchlaucht Wowi: Sollen sie doch ihre Demos machen wo sie wollen, so lange sie mich in Ruhe lassen und den Krawall nicht vor meiner Haustür veranstalten. Schliesslich muss ich mich ausruhen und Kräfte für die nächste Party sammeln. Lautstarke Veranstaltungen lasse ich nur zu, bei denen ich auch mit dabei bin, weil sie mir Spass machen.

Diesen Karnevalsumzug konnte ich leider nicht verbieten, aber eine reduzierte Lautstärke fordern.

Es ist doch so, dass weder Karnevalisten noch Demonstranten mir gut gesonnen sind, mich also nur verhöhnen und verspotten wollen, weshalb ich dieses Verbot ausgesprochen habe.

"Die Handlung und alle handelnden Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder realen Personen sind rein zufällig"

BerndO  (Februar 2012)