(ein offener Brief)

Hallo,

es ist schon erstaunlich, dass sich jemand aus Leipzig dieser Situation hier annimmt.
Herr Deichmann sagt genau das Gleiche, was ich auch schon immer geschrieben habe.

Ein Schildbürgerstreich der Politik und dann: Mehr Solidarität unter den Betroffenen wäre gut.

Polemik:
Ich möchte sehen, wie Platzeck und Wowereit die Ruhe ins Gebiet tragen.
Licht ins dunkle Rathaus bringen sie jedenfalls nicht mit ihren Methoden.

Solidarität:
Das täte allen wohl.

Flugrouten
werden nach Bedarf gestrickt.
Daher gibt es keine Ausnahmen.
Lärmkorridore und Flächen werden entstehen, weil Piloten machen, was sie wollen.

Man kann protestieren und Strafen fordern,
der Lärm bleibt trotzdem, weil die Regeln locker übertreten werden und
die Ahndung nichts nützt.
Sie wird politisch und gesetzlich nicht nachhaltig verfolgt werden, weil es auch nicht geht.

Der Hauptlärm und Abgase entstehen aus meiner Sicht nicht durch Starts, sondern durch Landungen.
Landungen wurden bisher nicht ausreichend diskutiert.

Denjenigen, die sowieso die Arschkarte dicht am Rollfeld haben, brauche ich es nicht zu sagen.

Aber diejenigen, die weiter weg sind, werden die Landungen deutlich zu spüren bekommen.
Die Maschinen fliegen niedriger und sind trotz gedrosselter Triebwerke 55 bis 73 dB laut.
Das habe ich hier in Ahrensdorf gemessen.
Das ist toll, wenn man am WE im Garten sitzt und alle zwei Minuten kommt so ein Ding über dich rüber.

So wie es jetzt schon ist, kann man in Stanly Track der DFS sehen, wie die Maschinen fliegen.
Sie fliegen von Potsdam/Wannse/Spandau einerseits oder von Erkner andererseits über alle Bereiche im Einzugsbereich im Niedrigflug von 1500 m,
um dann auf dem Radarlandestrahl bis ca. 950 m aufzusetzen. Im Osten bei Erkner, im Westen bei Ludwigsfelde.
Das sind dann Schallpegel von 61 bis 73 dB von mir in Ahrensdorf gemessen.
Da wird Klein Machnow und Zehlendorf sowie Teltow nicht ausgeklammert.
Im Osten auch Zeuthen nicht, wo Sabine wohnt.
Es sind jetzt schon eine ganze Menge.
Aber es sollen noch dreimal mehr werden.
Das sind dann Taktraten von zwei Minuten.
Kaum ist eine weg, kommt die nächste.

Schaut euch an, wo und wie sie fliegen und ihr könnt euch eure Lärmbelastung selbst ausrechnen.

Die Landeanflüge werden sich nicht ändern, weil man nicht darüber spricht.
Sie gehen auch im Niedrigflug über Nord-Berlin.

Es ist sowieso seltsam, dass diese wesentlichen Lärmbelästigungen in der Fluglärmkommission bisher ausgeklammert wurden.
Die Landeanflüge sind nämlich in viel weiteren Bereichen belästigend, als die Starts.

Erst wenn alle merken, was sie sich eingebrockt haben, werden sie an die Worte von Herrn Deichmann aus Leipzig denken.
Dann ist es vermutlich zu spät.

Es wäre also gut, wenn jetzt alle BI's die Solidarität üben würden, die notwendig ist, das Übel nicht entstehen zu lassen.

Aus flugtechnischer Sicht wird es nämlich die von Politikern versprochenen "Schonungen" nicht geben.
Die Ausnahmeregelungen werden doch schon jetzt von der DFS offen angesprochen.
Im Zwangsfall werden die Flugrouten überdacht und geändert.
Das geschieht dann nach wirtschaftlichen Gesichtpunkten der Airlines und der Sicherheit.
Das heißt, der Lärmteppich entsteht überall, nach wie vor, weil es für das geplante Drehkreuz notwendig ist,
weil das der wirtschaftliche Zwangsfall ist - für die Airlines und die staatliche Betreibergesellschaft.
Dieser Flughafen wird zum "Groschengrab" für den Steuerzahler.

Die einzige Alternative ist Solidarität zum Baustopp.

Das wäre für den Steuerzahler wirtschaftlicher, weil er keine Subventionen für das üble Projekt der Politiker leisten muß.
Und ruhiger ist es auf jeden Fall.

MfG
Burkhart Richter
Ahrensdorf

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