Da aus der Regierungserklärung von Ministerpräsident Platzeck am Montag, den 21.Mai 2012 im Parlament außer den Brandschutz—Mängeln nichts Konkretes als Ursache der BER—Eröffnungstermin—Verschiebung genannt wurde, auch nicht seitens anderer Mitglieder der Regierungsfraktionen, bleibt dem Bürger nur der Weg, andere Informationsquellen wie Presse, Funk und Fernsehen zu nutzen, wenn er sich ein eigenes Bild machen will.

“Ist der neue geplante Eröffnungstermin März 2013 real?“ ist die Frage, die nun viele Bürger beschäftigt. Nein, er ist nicht real, wenn man von in der ZDF— Sendung “FRONTAL 21 am 22.05.2012 genannten Daten ausgeht!
Der international bekannte Flughafen—Planer Dieter Faulenbach da Costa führte aus, daß nach der baulichen Fertigstellung eines Flughfens noch 9 bis 12 Monate für Erprobung und Zertifizierung erforderlich sind ehe ein Flughafen in Betrieb gehen kann.
Wäre der Flughafen am 3.Juni 2012 schon wenigstens baulich fertig gewesen, hätte die Eröffnung also frühestens im März 2013, wie nun geplant, stattfinden können, — vielleicht aber auch erst Anfang Juni 2013.

Er ist ja noch lange nicht fertig! Geht man davon aus, daß die Brandschutzprobleme die einzige Ursache sind  und errechnet man aus dem Fortschritt bei deren Erbauung im letzten Halbjahr gemäß FRONTAL—Sendung die erforderlichen Zeiträume, so ergibt sich ein anderer Termin!
Wenn sich im letzten Halbjahr ein Fertigstellungs- Fortschritt von 75% auf 78% ergab, d.h. 6% pro Jahr, aber noch 22% der Arbeit zu erledigen ist, dann ergeben sich noch 3 Jahre und 6 Monate bis zur Fertig­stellung. Dann wären wir im November 2015. Rechnet man hierzu noch 9 bis 12 Monate für Erprobung und Zertifizierung, so ergäbe sich August 2016 für die Inbetriebnahme.
Da ein neuer Flughafen nach aktueller Logik wohl nicht im Winter in Betrieb gehen soll, wären wir schon im Frühjahr 2017 angelangt,   2016/2017 muß ja die BER—Nordbahn auf 3000 m Länge erneuert werden, weil sie schon marode ist!
Da wäre dann wohl im März 2018 mit der Er­öffnung zu rechnen — wenn alles gut geht ? März 2018 statt März 2013  nur ein Druckfehler, weil man von den vorgelegten Unterlagen “keinen blassen Schimmer“ hat? Aber nein! Auch 2018 steht als BER—Eröffnungstermin noch in den Sternen, denn neben Brandschutz—Anlage und Nordbahn sind da vor allem noch die “riskan­te Finanziierung“ und das “Problem Südbahn“ zu nennen.
Der BER—Kreditrahmen ist ja schon jetzt überschritten und ob bei solchen “Aussichten“ noch darüber hinaus Kredit erhältlich ist, erscheint als fraglich. Dann ist noch die Südbahn nach Recherchen von Bürgervereinigungen entgegen den Vorschriften des in EU und Bundesrepublik als höherrangiges Recht geltenden ICAO Doc.9184 aus­gerichtet worden, was bereits mehrfach an Landes— und Bundesregierung herange­tragen wurde bisher noch ohne sichtbare Konsequenzen.!

Hieraus kann sich nur eines ergeben:
Das bisherige Berliner Flughafänsystern muß noch für Jahre im Status Quo verharren, und es müssen umgehend Planungen für einen Ersatzflughafen Sperenberg oder an einem anderen Ort gemäß den Ergeb­nissen des Raumordnungsverfahrens von 1994 beginnen, um im Berliner Raum für die Zukunft den Erfordernissen des Luftverkehrs gerecht werden zu können, wie dies vom BVBB, Bürgerinitiativen und der CDU—Landtagsfraktion im Brandenburger Landtag gefordert wurde,  aber als privat finanziertes Vorhaben in der Hand von Fachleuten, damit das dann auch wirklich klappt, und unter möglicher Wei­ter— und Nachnutzung bisheriger Anlagen in Schönefeld, damit wieder Geld in die Staats— und Landeskassen gespült wird!

An so manchen Satz aber in Redebeiträgen aus den Reihen der Regierungsfraktionen während der Parlamentssitzung am Montag,in welchem die wirklichen Probleme mit keinerlei Wort Erwähnung fanden, mußte ich am Abend des gleichen Tages beim Fernseh—Satire—Gipfel denken, als ich den Satz hörte: “Wenn die Sonne der politischen Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten!“

Dr.Günter Briese- Eichwalde

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