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Ein Frankfurter „Feuerwehrmann“ soll den Flughafen retten, der ständig neue Probleme offenbart

Nun soll also der 59jährigen Workaholic mit Frankfurter Chefplaner Erfahrungen Amann den ProblemBER retten.

Ein kaum Urlaubmacher und Auch-Wochenenden- Baustellen—Beaufsichtiger!

Darunter wäre wohl auch keine Rettung zu erwarten gewesen, bei den vielerlei Mängeln aller Art und einem Aufsichtsrat, welcher sich augenscheinlich trotz allen nur als Wegsehrat betätigte!

Wenn man nun von Verantwortlichkeit hört, man solle das Projekt “nicht schlechtreden“ und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, erklärt, bei einem Blick auf das BER—Projekt sei Häme unanständig“, dann sei ihn entgegnet, er irre gleich zweifach!

Mehr als unanständig, nämlich unverantwortlich ist, was man den Bürgern an Lärm und Schadstoffen zumuten will, und Häme kann höchstens bei Unbetroffenen auftreten; Betroffene können nur mit Entsetzen, höchstens aber mit Galgenhumor reagieren, denn trotz aller Mängel ist ja der “neue Eröffnungstermin“ März 2013 noch nicht vom Tisch!

Und der Mängel gibt es ja viele: jahrzehntelang verheimlichte Liberalisierungserfordernisse, fehlende Lärmkarten für nötige Schallschutzmaßnahmen, Schallschutzrealisierung nach aktuellen Richterspruch beginnend bei Null, weil selbst die wenigen in den letzten drei Jahren realisierten Schallschutzeinrichtungen einen zu niedrigen Lärmschutz bieten. Verstoß gegen EU-Recht und internationalen Bestimmungen der ICAO durch falsch ausgerichtete Start— und Landebahnen, eine BER-Nordbahn, welche schon 2016/2017 wegen Altersschwäche erneuert werden muss.

Eine Brandschutzanlage, die nicht funktionieren will u.a.m.

Unter solchen Umständen kann ein pfiffiger Junge, der mal nicht für die Fehler seiner unaufmerksamen Eltern in Haftung genommen werden möchte, ihnen, wenn sie den BER betreten wollen, nur er­schrocken zurufen: “Vorsicht! Betreten verboten! Lebensgefahr!“ ~ Und dies gilt ja sogar auch für den unterirdischen BER- Bahnhof bei Stromausfall, den jetzt laufend leere Züge der Bahn zur erforderlichen Belüftung befahren müssen..

Und dann noch die Finanzierungsprobleme! Kreditrahmen schon am Limit, riesige Mehrkosten für die

Fertigstellung des Terminals und des Anlieger-Schallschutzes, Schadenersatzforderungen von Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern sowie Geschäftsleuten.

Bei dieser Sachlage muss bei einer neuen Kreditaufnahme bzw. Zuwendungen der öffentlichen Hand für alle diese neuen Mehrkosten auch noch die EU ihre Zustimmung geben!

Ob sie dies wohl tun wird, wenn auch noch offenkundig wird, dass gegen höherrangiges Recht der EU und ICAO wegen Verletzung des IGAO Doc.9184 zur Flughafen-Planung verstoßen wird?

Will man nun Dr. Gregor Gysi folgen, wird auch noch gegen, wegen durch EU—Recht verbotener potentiell erwartender Trinkwasserquali­tätsverschlechterung durch extrem verstärkten Flugbetriebsschadstoffausstoß und ggf. Kerosin-Ablassen verstoßen! Dies entspräche ja einer Förderung von Projekten entgegen EU—Recht!

Es stellte der 115. deutsche Ärztetag auch noch erst kürzlich die bislang gerichtlich und gesetzlich sanktionierten Fluglärmpegel als völlig unangemessen zu hoch in Frage, und dazu wurde auch noch das Schadstoffemissions-Problem bisher gar nicht betrachtet oder weitgehend vernachlässigt, vom Ärztetag als genau so wichtig wie der Lärmschutz dargestellt, und es wurden Mehrkosten des Gesundheitswesens hieraus in jährlich dreistelliger Millionenhöhe liegend berech­net

So lange die BER—Eröffnung in der gegenwärtig geplanten Konstellation nicht endgültig vom Tisch ist, können Betroffene deshalb über die bisherige Pleiten-, Pech— und Pannenserie nicht lachen oder gar Schadenfreude empfinden, - sie sind nur betroffen und empfinden es als unfassbar, dass so etwas passieren konnte!  

Kein Wunder, dass unter solchen Umständen Brandenburger Parlamentarier zur Geheimhaltung der ein— gesehenen Aufsichtsratsprotokolle vergattert wurden! Sie könnten ja sonst vielleicht zu den Schluss kommen, man solle den Aufsichtsrat besser in “Wegsehrat“ umbenennen oder sie könnten vielleicht geneigt sein, Vergleiche zwischen der für den Schwarzwald geltenden 22O.DVO zur LuftVO und der 243.DVO zur LuftVO für das BER—Projekt zu ziehen und dann das BER—Projekt in seiner derzeitigen Form gleich völlig ablehnen!

Bisher war ja jede Standort-Diskussion -Tabu!

Es sollten die verantwortlichen Politiker und Parlamentarier endlich aufwachen und ihren Wunschträumen, die nur Traumschlösser und für die Bürger Alpträume sind, endlich entsagen und das BER—Projekt fachmännisch um planen lassen, ehe die FBB GmbH in die Pleite trudelt!

Wann werden sie endlich erkennen, dass, das bisherige Berliner Flughafensystem bis zu einer Inbetriebnahme der BER—Flugfelder in Sperenberg oder anderen gemäß Raumordnungsverfahrensergebnis von 1994 geeigne­ten Standort bestehen bleiben muss, dass der Anschluss Berlins und Brandenburg an das internationale Luftverkehrsnetz nur noch durch den Verkauf der FBB GmbH unter weitgehender Nach— und Umnutzung der Bauten in Schönefeld gesichert werden kann. Nur anderswo kann ein rentabler privat finanzierter Airport entstehen.

Eichwalde, am 18.Juni 2012

Dr.G.Briese