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Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstandes,

mit Verwunderung und vor allem auch Bestürzung musste ich heute auf dem Müggelheimer Sportplatz zur Kenntnis nehmen, von welcher Seite sich die KHU sponsern lässt: dem BER!

Würde es sich um einen Verein aus fast jeder beliebigen Ecke Berlins handeln, könnte ich dies ja evtl. noch nachvollziehen. Jedoch trägt der Verein 'Köpenick' in seinem Namen. Dazu gehören eben Ortsteile wie Rahnsdorf, Friedrichshagen oder Müggelheim. Ortsteile, aus denen eine Vielzahl von Menschen gegen die Machenschaften und Vorhaben genau dieses Ihres Sponsors entweder auf die Straße gehen, und /oder gegen diesen vor Gericht gekämpft haben, aktuell kämpfen und auch weiter kämpfen werden.

Sei es die Realisierung des vorgeschriebenen Lärmschutzes und die damit verbundene Objektbewertung, oder nach einer irgendwann evtl. doch mal erfolgten Eröffnung die zu erwartende Nichteinhaltung des ohnehin schon viel zu laxen Nachflugverbotes, so wird sich der BER aufgrund seiner Lage zwangsläufig doch auch zukünftig permanent in Rechtsstreitigkeiten mit den von ihm betroffenen Anwohnern befinden.

Wie kann sich dann bitte ein Verein, welcher doch wohl in der Mitte dieser vom BER Betroffenen seine Heimat hat und hieraus seine Mitglieder gewinnt, vom BER 'kaufen' lassen, diesem eine solche Plattform und ein derartiges soziales Feigenblatt bieten ???

Naturgemäß ist mir nicht bekannt, um welche finanzielle Größenordnung es sich hierbei handelt. Aber ich denke, dass eine Abstimmung unter den Mitgliedern, bei welcher über höhere Mitgliedbeiträge oder ein Sponsoring durch den BER zu entscheiden wäre, gegen den BER ausgehen dürfte. Gleichzeitig gehe ich davon aus, dass die Akzeptanz und Spendenbereitschaft lokaler Firmen allein durch das bestehende BER-Sponsoring quasi erdrosselt wird. Welche lokale Firma möchte denn, entweder aus eigenem Verständnis oder auch aus Rücksicht auf die Befindlichkeiten der lokalen Kunden, als Sponsor neben dem BER zu finden sein?!

Gerade auch der Sport, welcher ja der Gesundheit, der Erholung und der Entspannung vom Alltagsstress dient, darf sich doch nicht zum Büttel jener machen, welche einem großen Teil des Köpenicker Gebietes die für eben diese Gesundheit, Erholung und Entspannung nötige Ruhe nehmen und uns möglichst mit einen durchgängigen Lärmteppich überziehen wollen.

So käuflich sollte doch wirklich kein Mensch, und auch kein Verein, sein.

Hochachtungsvoll
René Falsett


From: KHU Vorsitzender [mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]
Sent: Thursday, April 17, 2014 4:37 PM
To: René Falsett
Subject: Sponsoring durch die Berliner Flughäfen

Sehr geehrter Herr Falsett,
seit nunmehr 4 Jahren fördern die Berliner Flughäfen (zu denen übrigens nicht nur Schönefeld, sondern ebenfalls Tegel gehört) unsere Jugendabteilung, was zu einem, wie ich finde, außerordentlich guten und tragfähigen Resultat geführt hat. Wir können Aktivitäten durchführen, zu denen uns bislang immer jegliche Mittel gefehlt haben und zudem noch in lizenzierte Trainer und Freiwilligendienstler investieren. Dadurch können wir die Zahl der jungen Spieler kontinuierlich steigern.
Nun ist die Sponsorensuche auch nicht einfach, gerade für einen so kleinen Verein, und nach unzähligen Versuchen waren die Berliner Flughäfen eine große Möglichkeit für uns, hier etwas in der Jugend voranzutreiben.
Es ist nicht so, dass wir diesbezüglich gegenüber Interessierten und potentiellen Sponsoren nicht auch gesprächsbereit wären. Aber wir können nicht den Geldhahn abdrehen und dann schauen, was passiert und hoffen, dass irgendwann vielleicht jemand anderes kommt. Zudem gab es bereits Aufrufe zur Unterstützung bei der Sponsorensuche, auf die ich aus den Vereinsreihen zu meinem Bedauern keine nennenswerte Resonanz bekam.
Übrigens war die Kooperation mit den Berliner Flughäfen bereits Thema auf einer der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen, zu der jedes Mitglied oder deren Eltern herzlich eingeladen sind. Doch auch zu diesen Terminen gibt es stets überschaubare Resonanz und Teilnahme.
Ich habe beim Lesen ihrer Mail leider auch ein Stück weit traurig feststellen müssen, dass der beschriebene Umstand, dass wir (wie übrigens auch viele andere Köpenicker Sportvereine) finanzielle Zuwendungen von den Berliner Flughäfen erhalten, erst jetzt aufgefallen ist. Denn diese Kooperation besteht, wie schon erwähnt, bereits seit längerem und wird sowohl auf Kindertrikots alsauch auf unserer Website deutlich gemacht.
Bitte verstehen Sie mich an der Stelle nicht falsch. Ich bin mir bewusst, dass das Thema gerade für Betroffene sehr schwierig ist und habe auch Verständnis für den Groll, den der ein oder andere sicherlich nicht völlig zu Unrecht hegt. Doch sind auch nicht alle Köpenicker und in Müggelheim Ansässige hier derselben Meinung und ich möchte mich vehement gegen ihren Vorwurf wehren, wir würden mit unseren Bemühungen, den unzähligen ehrenamtlichen Stunden und allen Aktivitäten nicht im Interesse Köpenicks agieren. Denn unseres Erachtens ist die ehrenamtliche Arbeit an Kindern und Jugendlichen ein sehr starker Beitrag zur Gesellschaft und zum sozialen Miteinander, und da erachten wir es als durchaus rechtens an, wenn man an der Stelle persönliche Interessen den Interessen der Kinder und deren Wohlbefinden unterordnet.
Wenn Sie es wünschen, sind wir gern zu weiteren Gesprächen bereit, dies dann aber gern persönlich und respektvoll gegenüber unserer Arbeit als Vorstand.
Ebenso hochachtungsvoll und mit sportlichem Gruß verbleibt
Der Vorstand der Köpenicker Hockey-Union