Pressemitteilungen

Nachfolgend finden Sie die Pressemitteilungen des BVBB seit 2010. 

Der zusätzliche Schallschutz von 17 Mio. ist eine Verhöhnung der Betroffenen

Die heute nach der Aufsichtsratssitzung verkündete  Erweiterung des Schallschutzes ist eine Verhöhnung der Lärmopfer des BER "Willy Brandt".

Durch die Bereitstellung von weiteren Mitteln in Höhe von 17 Mio. für den Schutz von Wintergärten und Wohnküchen will man davon ablenken, dass man die Bürger um ihre rechtlich zustehenden Ansprüche bringen will. Mindestens weitere 500 Mio. müssten aufgebracht werden, um die Bürger angemessen zu schützen.

Stattdessen versucht die Flughafengesellschaft mit Billigung des Aufsichtrates dreist durch Einreichung eines verlogenen Klarstellungsantrages eine Planänderung zu erwirken,  um mind. 6000 Betroffene im Tagschutzgebiet um ihren Entschädigungsanspruch in Höhe von 30% vom Verkehrswert ihres Grundstücks zu betrügen.Ministerpräsident Platzeck (SPD) und  Finanzminister Markov (LINKE)  feiern sich unterdessen für ihren langen Kampf dafür, dass „alle Möglichkeiten zur Lärmreduzierung für die Anrainer des Flughafens genutzt und ausgeschöpft werden“.

Dies ist an Menschenverachtung und Zynismus nicht zu überbieten. Denn was sie verschweigen ist: tatsächlich wurden 43 Mio. gegenüber der internen Planung am Schutz der Bürger eingespart!

Bereits 2005 hatte die Flughafengesellschaft  Investitionen in Höhe von 200 Mio. für Entschädigungsmaßnahmen und betreffenden Landerwerb  eingeplant, wie aus einem als „Streng  vertraulich“ deklarierten Dokument der Flughafengesellschaft hervorgeht, das dem BVBB vorliegt. (in Anlage)

Nach Schätzungen des BVBB betragen allein die Mehrkosten für die Durchsetzung des 2006 gerichtlich bestätigten Tagschutzziels etwa 200 Mio. Euro. Um diese Ansprüche wollen Platzeck und seine Landesregierung die Bürger jetzt berauben.

Während sich die Politik und die Gesellschafter des Flughafens einen satten zusätzlichen Schluck  aus der Pulle in Höhe von 185 Mio. für den Bau des Regierungsflughafen genehmigen, wird am Schallschutzprogramm für die betroffenen Bürger gespart „bis es quietscht“ , wie Aufsichtsratsvorsitzender Wowereit (SPD) zu sagen pflegte.

Ganz offensichtlich ist der Flughafengesellschaft das Geld ausgegangen und nun wird versucht, den Betrug an den betroffenen Bürgern scham –und skrupellos weiter fortzusetzen.

Das von Platzeck 2006 großmäulig verkündete "Bündnis am Boden" offenbart sich nun als Versuch, jene, die durch die Flughafenpolitik von Berlin und Brandenburg "am Boden liegen", noch mit Füßen zu treten.

Willy Brandt würde sich Grabe umdrehen, wenn er wüsste, welch Schindluder mit seinem Namen getrieben wird.

 

BVBB: Keine Klarstellung, sondern Planänderung

Flughafengesellschaft beantragt massive Reduzierung des Schallschutzes zu Lasten der Anwohner


Im Ergebnis sind alle Worte hohl. Während im politischen Raum seit Monaten behauptet wird, nunmehr alles zum Schallschutz der Anwohner des künftigen Großflughafens Berlin-Schönefeld zu tun, straft das tatsächliche Verhalten der Flughafengesellschaft diese Behauptungen Lügen.

Am gestrigen Tage verlautbarte die Flughafengesellschaft, dass es im Planfeststellungsbeschluss eine „Unklarheit“ gebe und man von daher einen „Klarstellungsantrag“ gestellt habe.

„Die Dreistigkeit dieser Behauptung macht einen beinahe sprachlos“, so der Pressesprecher des BVBB, Kristian-Peter Stange.

Entgegen der Behauptung der Flughafengesellschaft ist der Planfeststellungsbeschluss hinsichtlich des Tagschutzziels von bestechender Klarheit. Dort heißt es wörtlich, dass im Rauminneren bei geschlossenen Fenstern tagsüber „keine höheren A-bewerteten Maximalpegel als 55 dB(A)“ auftreten dürfen. Die diesen Worten innewohnende Klarheit hat auch das Bundesverwaltungsgericht in seinen Urteilen vom 16. März 2006 betont. Zu der Tagschutzregelung stellte das Bundesverwaltungsgericht nämlich fest, dass diese „keinen Raum für die Deutung“ lässt, „dass in dem Tagschutzgebiet, […], im Inneren der in Satz 1 genannten Räume der Maximalpegel von 55 dB(A) auch nur einmal überschritten werden dürfte.“.

 

Geht es denn noch klarer? Oder hat die Flughafengesellschaft diesen Satz des Bundesverwaltungsgerichts schlichtweg vergessen, als sie ihre letzte Pressemitteilung herausgegeben hat?

Alle anderen Ausführungen der Flughafengesellschaft gehen nach den klaren Worten des Bundesverwaltungsgerichts schlichtweg an der Sache vorbei. Es geht eben nicht darum, ob das Oberverwaltungsgericht Münster für einen anderen Flughafen ein anderes Schutzniveau für noch vertretbar erachtet hat. Es geht vorliegend vielmehr darum, welches Schutzniveau im Planfeststellungsbeschluss für den Tagschutz festgelegt worden ist. Hier ist die deutsche Sprache von bestechender Klarheit: Im Rauminneren dürfen eben keine höheren Maximalpegel als 55 dB(A) auftreten.

Folge dieses Antrages wäre, dass tausende Haushalte im sog. Tagschutzgebiet einen weitaus geringeren Schallschutz erhielten, als ihnen nach der klaren Regelung des PFB zustünde. „Ein Schlag in das Gesicht für alle Anwohner des Flughafens“, betont der BVBB.

Noch schwerer wiegt aber, dass die Flughafengesellschaft eine derart wichtige Entscheidung wie einen Planänderungsantrag – und nichts anderes ist der vorliegende angebliche „Klarstellungsantrag“ –, mittels dessen der Lärmschutz zu Lasten der Anwohner herabgesetzt werden soll, ohne die Billigung des Aufsichtsrates trifft.

Im Aufsichtsrat sind jedoch die Spitzen der beiden Landesregierungen vertreten, namentlich in der Person des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit und des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck. Beide sollten sich fragen, wie sie dieses tatsächliche Handeln der Flughafengesellschaft mit ihren vollmundigen politischen Erklärungen gegenüber der Bevölkerung in Übereinstimmung bringen wollen.

BVBB fordert nationale Strategie für einen ausbaufähigen Großflughafen mit 24-Stunden-Betrieb

Das jüngste Urteil des BVerwG zum Nachtflug zeigt, dass stadtnahe Flughäfen keinerlei Zukunft mehr haben. Eine Zukunftsfähigkeit des Flughafen BER ist nur durch Erweiterung des Flughafen Schönefelds möglich und dies nun durch das Urteil völlig unmöglich gemacht.  Jeder Versuch einer Erweiterung wird vor dem Hintergrund der dichten Besiedlung im Umfeld nicht nur zu massiven Protesten führen, sondern auch von den Gerichten kritisch hinterfragt. Der Traum eines durchgehenden 24-Stunden-Betriebs am BER ist nun für immer ausgeträumt. Dabei drohen dem Flughafen durch die ausstehenden Entscheidungen über zahlreiche Klagen gegen die Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses von 2004 und der Verfassungsbeschwerden des BVBB sowie anderer Initiativen noch weitergehende Einschränkungen.

Nun rächt sich für die gesamte Region Berlin-Brandenburg die fehlende Weitsicht der Provinzpolitiker Platzeck und Wowereit (beide SPD). Denn wären sie ihrem ursprünglichen Plan, ein internationales Drehkreuz mit 24-Stunden-Betrieb im Umkreis von 60 Kilometern um Berlin zu errichten, treu geblieben, könnte der BER längst schon am Netz sein und die von Frankfurt abwandernden Verkehre aufnehmen.

Der BVBB fordert die Bundesregierung auf, der drohenden Verlagerung von Teilen des Luftverkehrs ins benachbarte Ausland durch eine nationale Strategie für einen ausbaufähigen Großflughafen mit 24-Stunden-Betrieb zu begegnen. Aus Sicht des Vereins kann der Standort für diesen Großflughafen wegen der dünnen Besiedlung und der erwarteten Demografie nur im Osten Deutschlands liegen. Als Grundlage für eine offene Diskussion bietet der BVBB sein Nachnutzungskonzept “Zentralflughafen für Deutschland – Die Alternative für BER” an. Ausdrücklich möchten wir die Vertreter der Luftverkehrswirtschaft zu dieser Diskussion einladen, sofern sie bereit sind, anzuerkennen, dass Flughäfen nicht in Siedlungsnähe gehören.


BVBB fordert Ministerpräsident Platzeck auf, für den Mindestschutz der BER-Anwohner durch Nachtflugverbot zu sorgen

Der BVBB begrüßt den Wandel der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes. Offensichtlich haben die Verfassungsbeschwerden der Anwohner des Flughafens Schönefeld sowie jüngste evidente Veröffentlichungen zur Notwendigkeit von Nachtflugverboten von 22-06 Uhr durch das Umweltbundesamt zu einem Umdenken und zur Erkenntnis geführt, dass das Schandurteil vom Herbst 2011 verfassungswidrig ist. Noch im Oktober vorigen Jahres sah Richter Rubel in seinem Urteil zum Flughafen BER eine ausreichende Berücksichtigung der Lärmschutzbelange der Anwohner Schönefelds mit einer Nachtruhe von nur 5 Stunden gegeben und räumte der Funktion des Flughafens Schönefeld sowie dessen Stellung im nationalen und internationalen Luftverkehrsnetz eine höhere Bedeutung als dem Schutz der Anwohner ein. Im jüngsten Nachtflugverfahren stellte er jedoch fest, dass eine Erlaubnis von Nachtflügen an sehr hohe Hürden gebunden sei und die Bedeutung des Flughafens allein dafür nicht ausreiche.
Wenn ein Obergericht lernen kann, sollte es die Politik erst recht können. Erst kürzlich hatte Ministerpräsident und Flughafen-Aufsichtsrat Matthias Platzeck (SPD) angemahnt, beim Schallschutz großzügig und nicht „beckmesserisch“ zu sein. Seit heute hat Platzeck keine Möglichkeit mehr sich vor den Anwohnern hinter einer Rechtsprechung zu verstecken.
Der BVBB fordert Ministerpräsident Platzeck auf, seinen warmen Worten endlich Taten folgen lassen und zu beweisen, dass er ein Ministerpräsident und Politiker der Menschen und nicht der Wirtschaft ist. Als oberster Dienstherr der Planfeststellungsbehörde, als Gesellschafter und als Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft, verfügt er über alle Möglichkeiten den Flughafenanwohnern Schönefelds ein Mindestmaß an Schallschutz zu gewähren und ein Nachtflugverbot von 22 bis 06 Uhr zu verfügen.

BVBB übt scharfe Kritik an Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU)

Der BVBB hält die “plötzliche” Erkenntnis von Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU), nach der Fluglärm krank mache, für eine reine Propagandaaussage, mit der die Betroffenen ruhig gestellt und von weiteren Protesten abgehalten werden sollen. Denn durch epidemologische Studien ist bereits seit Jahren bekannt, dass Fluglärm zu Bluthochdruck, Schlaganfall, koronaren Herzkrankheiten, Depressionen und Brustkrebs bei Frauen führen kann. Dabei steigt das Risiko mit dem Grad der Verlärmung.

Erst die bundesweiten Fluglärm-Proteste haben offensichtlich zu der Bereitschaft bei Ramsauer geführt, die von Medizinern bewiesenen Tatsachen anzuerkennen. Zweifel bleiben trotzdem angebracht, ob es der Minister ernst meint. Denn wie Hohn muss es für die Betroffenen klingen, wenn Ramsauer nun eine Studie des Bundesumweltamtes ins Feld führt, deren Veröffentlichung er noch vor kurzem wegen weiteren “Abstimmungsbedarfs” zu verhindern versuchte.

Bisher hat sich Ramsauer nur als Freund und Fürsprecher der Luftverkehrswirtschaft etabliert. So hat er es zugelassen, dass der Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft (BDL) ausgerechnet den Chef der Deutschen Flugsicherung (DFS), Dieter Kaden, zum Gründungspräsidenten, und den DFS-Sprecher, Axel Raab, zum Pressesprecher des Verbandes machte. Ramsauer darf deshalb von den Betroffenen nun nicht erwarten, zu glauben, dass Aspekte des Lärm- und Immissionsschutzes der Menschen bei der DFS eine Rolle spielen würden.

Eine-Million-EURO-Imagekampagne für BER  ist ein Schlag ins Gesicht aller Anspruchsberechtigten von passiven Schallschutzmaßnahmen

Die gestrige Vorstellung einer Ein-Million-EURO-Imagekampagne für den BER durch den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und Ministerpräsident Matthias Platzeck ist aus Sicht des BVBB ein Schlag ins Gesicht aller Anspruchsberechtigten von passiven Schallschutzmaßnahmen und pure Verschwendung von Steuergeldern.

Während die Flughafengesellschaft (FBB) offenbar über einen üppigen Werbeetat  verfügt, zeigt sie sich hingegegen bei der Umsetzung der passiven Schallschutzmaßnahmen gegenüber den Antragstellern äußerst knauserig und auch nach eigener Beurteilung „wenig bürgernah und zu bürokratisch“ (Zitat Flughafenchef Prof. Schwarz/MAZ 13.3.2012).

Seit Jahr und Tag machen die Antragsteller die Erfahrung, dass sie um jeden Lüfter und jedes Schallschutzfenster ringen müssen sowie zur Durchsetzung ihrer Anspruchsberechtigung auf eigene Kosten in juristische Auseinandersetzungen gezwungen werden.
Noch im März kündigte Prof. Schwarz zu allem Übel an, dass im Planfeststellungsbeschluss verbriefte und höchstrichterlich bestätigte Tagschutzziel von 0 x 55 dB(A) für den Innenbereich über einen sog. Klarstellungsantrag bei dem Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL) „überprüfen“ zu lassen.

Sollte die FBB damit durchkommen, würde dies de facto einen neuerlichen Betrug an den Betroffenen bedeuten, da die Kostenerstattungsvereinbarungen noch stärker als bisher in Richtung Billigheimerlösung tendieren dürften und den Schallschutz vollständig ad absurdum führt.

Der BVBB hält die Millionen-Kampagne auch aus anderen Gründen für völlig unsinnig. Wie in den Medien dieser Tage vermeldet wurde, soll der Eröffnungstermin am 3. Juni nun tatsächlich in Frage stehen.

Es  stellt sich die Frage, warum man einen konkurrenzlosen Single-Airport überhaupt bewerben muss.

Somit handelt es sich um eine Fortsetzung der Verschwendung von Steuergeldern im Zusammenhang mit dem BER.

 

BVBB kritisiert Bundesminister scharf und fordert Minimierungsgebot im Fachplanungsrecht

Der Bürgerverein Brandenburg-Berlin e.V. (BVBB) kritisiert die Pläne von Bundesinnenminister Friedrich und Bundesverkehrsminister Ramsauer (beide CSU) zur Bürgerbeteiligung bei Großprojekten und für ein „Handbuch Bürgerbeteiligung“ scharf, da die Vorschläge nur den untauglichen Versuch darstellen, den Menschen eine Mitsprache bei Großprojekten vorzutäuschen, die sie auch in Zukunft nicht haben werden.

Denn Ausgangspunkt einer jeden Planungsentscheidung von Behörden ist das Fachplanungsrecht, das als Recht der Herrschenden über die Beherrschten, sprich Bürger, konzipiert ist. Das Recht folgt dem “Grundsatz der Planerhaltung”, was nur heißt, dass Politiker und Behörden die Betroffenen von Großprojekten belügen und betrügen dürfen, ohne dass deshalb je ein Projekt scheitern wird. Eindrucksvolles Beispiel dafür ist die Planung des Großflughafens BER, wo selbst die Befürworter heute hinter vorgehaltener Hand die falsche Standortwahl kritisieren, und wo nach und nach die ganze Wahrheit über falsche Flugrouten, Drehkreuzfunktion, dritte Start- und Landebahn und falschen Schallschutz ans Licht kommt.

Nach Auffassung des BVBB kommt den Verwaltungsgerichten dabei eine besondere Rolle zu, da sie sich im Zweifel immer für einen Planerhalt und damit gegen die Bürger entscheiden. Insbesondere dem Bundesverwaltungsgericht ist es zu verdanken, dass sich bisher kein Politiker für Betrug bei einem Großprojekt verantworten musste.

Noch schlimmer aber ist das von den bisherigen Urteilen ausgehende Signal: “Politiker macht nur weiter so, im Zweifel werden wir euer Projekt retten!”.

Statt früherer Bürgerbeteiligung und Handbuch fordert der BVBB von Friedrich und Ramsauer die Aufnahme eines Minimierungsgebots in das Fachplanungsrecht, durch das der Spielraum von Planfeststellungsbehörden so gebunden wird, dass bei Vorliegen von Alternativen, jener Alternative der Vorzug zu geben ist, die mit den geringsten Grundrechtseingriffen auskommt.

Aus Sicht des BVBB ist dies nur die logische Schlussfolgerung aus der Tatsache, dass die vom Grundgesetz verliehenen Rechte die ranghöchsten vor allen anderen Rechten sind. Unter Beachtung des Minimierungsgebots hätte es nie zu der fatalen Fehlentscheidung für den BER kommen können, nach der wirtschaftliche Erwägungen Vorrang vor den Grundrechten der Anwohner eingeräumt wurde.

BVBB-Pressemeldung vom 21.03.2012

BVBB-Vorstand plant Neuausrichtung des Vereins

Im Zuge interner Beratungen des BVBB über die zukünftige Ausrichtung des Vereins, insbesondere über die Zusammenarbeit mit anderen Bürgerinitiativen, offenbarten sich in den letzten Wochen zwischen einzelnen Mitgliedern des Vorstandes unüberbrückbare Differenzen. Im Ergebnis dieser Auseinandersetzung trat Astrid Bothe am 19.03.2012 mit sofortiger Wirkung vom Vorsitz  und aus dem Vorstand des BVBB zurück. Gleichzeitig erklärten der langjährige Ehrenvorsitzende, Ferdi Breidbach, sowie die Stellvertretende Vorsitzende, Heike Saase, ihre Mitarbeit im Vorstand für beendet.

Der Vorstand bedauert die Rücktritte, muss aber auch zur Kenntnis nehmen, dass das Zerwürfnis eine weitere Zusammenarbeit offensichtlich unmöglich macht. In seiner planmäßigen Sitzung am 2. April wird der Vorstand deshalb über das weitere Vorgehen, insbesondere die satzungsgemäße Einberufung einer Delegiertenkonferenz zur Neuwahl des Vorstandes, beraten. Bis dahin werden die Geschäfte vom Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands,  Hans-Joachim Stefke,  kommissarisch fortgeführt.

Der Vorstand bekräftigt, dass er den Großflughafen BER am Standort Schönefeld wegen der dramatischen Folgen für die Anwohner weiterhin kategorisch ablehnt und sich für den Schutz aller Betroffenen einsetzt.  An einer wie auch immer gelagerten Diskussion über die Flugrouten wird sich der BVBB wie bisher nicht beteiligen, da sie das Grundübel, den falschen Standort,  nicht an der Wurzel anpackt.

Der BVBB steht zu allen Vereinbarungen zur  Zusammenarbeit mit anderen Bürgerinitiativen, insbesondere auf der Grundlage der Zielstellungen, die  am 12.03.2012 in der gemeinsamen Strategieberatung auf Schloß Diedersdorf beschlossen wurden.
Ziel des Vereins bleibt es, die Politik zu einer Korrektur ihrer offensichtlichen Fehlentscheidung zu zwingen.
Die von Initiativen und Privatpersonen bereits finanzierte Verfassungsbeschwerde des BVBB gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Nachtflug wird deshalb ohne Einschränkung fortgeführt und falls notwendig,  als Klage bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte betrieben.

Der BVBB begrüßt ausdrücklich den eingeschlagenen Kurs der CDU-Landesvorsitzenden, Saskia Ludwig, auf die Opfer der verfehlten Flughafenpolitik von Platzeck und Wowereit zuzugehen und sagt seine volle Unterstützung für die weitere Zusammenarbeit zu.

Pressemitteilung vom 16.03.2012

BVBB wirft Platzeck Putin-Methoden vor

Die Vorsitzende des BVBB Astrid Bothe erhebt gegen Ministerpräsident Platzeck schwere Vorwürfe und vergleicht das Vorgehen gegen das Demonstrationsrecht mit den Methoden von Putin.

Anlass zu den Vorwürfen ist der misslungene Versuch der landeseigenen Flughafengesellschaft mit juristischen Mitteln Demonstrationsverfügungen der Brandenburger Polizei (Bezirk Süd/Cottbus) gerichtlich zu bekämpfen.
Ganz im Sinne des vom Bundesverfassungsgericht festgestellten Demonstrationsrechtes auch in Terminals von Flughäfen, hatte die Polizei dem BVBB und der BI Großbeeren das Recht zugesprochen,  am 16.03.2012 nach Maßgabe ihrer Auflagen zu demonstrieren.

Die staatliche Flughafengesellschaft bekämpfte, offensichtlich mit Zustimmung des Gesellschafters  und Aufsichtsrates Platzeck (SPD), nicht nur die polizeiliche Genehmigung vor dem Verwaltungsgericht in Cottbus und erhielt folgerichtig eine Abfuhr durch das Gericht.

Zusätzlich droht sie dem BVBB mit Schreiben an seine Anwaltskanzlei, vom Hausrecht gegen die Demonstranten Gebrauch zu machen.

Dazu muss der BVBB feststellen: Mit Unterstützung und Duldung von Platzeck werden so DDR-Methoden angewendet, um bundesrepublikanische Grundrechte zu bekämpfen.

 

BVBB-Pressemitteilung vom 16.03.2012

BVBB: Die Inbetriebnahme des BER ist für den 03.06.2012 ausgeschlossen oder nur noch durch ein Wunder möglich!

Am 09.02.2012  informierte der BVBB die Öffentlichkeit, dass im aktuellen „Luftfahrthandbuch für Deutschland“, auch AIP (Airport Information Publication), Angaben über An – und Abflugverfahren am BER – Schönefeld nicht zu finden waren.

Angegeben waren stattdessen die z. Zt. praktizierten und somit auch für Juni 2012 gültigen Verfahren für Tegel TXL und Schönefeld SXF. Dieser Zustand besteht in der letzten Aktualisierung vom 08.03.2012 des Luftfahrthandbuch Deutschland (AIP)  unverändert fort.Das Luftfahrthandbuch wird von der Deutschen Flugsicherung (DFS) herausgegeben. Es legt für den Betrieb des Flughafens die Flugverfahren von und zu den Flughäfen sowie die Rollführung auf den Flughäfen fest. Diese Angaben müssen in die Bordcomputer der Flugzeuge programmiert werden. Das Programm ist Grundlage für die Einweisung des Personals.  Ebenfalls wird das Personal der DFS und das Personal der BER für den Rollverkehr (in Berlin ebenfalls DFS) für die Anwendung der Vorschriften aus der AIP geschult und unterwiesen.
Nach Auskunft von Experten reichte bereits Anfang Februar die Zeit bis zur geplanten Inbetriebnahme nicht, um die erforderlichen Maßnahmen umzusetzen. Die Schulung kann erst beginnen, wenn die Verfahren veröffentlicht sind. In der Regel wird für die Installation in alle Flugzeuge und die Schulung des Personals ein vorlaufender Zeitraum von sechs Monaten als erforderlich angesehen.
In Frankfurt/Main z. B. wurden die Verfahren am 10. März 2011 und am 21. Juli 2011 für die Inbetriebnahme am 21.10.2011 veröffentlicht. Trotzdem gab es erhebliche Anfangsschwierigkeiten. Die notwendige Flugregelung am neuen Airport BER –Schönefeld einschließlich der Schließung von Tegel ist jedoch umfangreicher als die Regelung für die neue Start – und Landebahn in Frankfurt/Main, denn sie muss ein völlig neues Flughafensystem und vollständige Neuordnung des Luftraums umfassen.

Nachdem der BVBB diesen Mangel am 09.02.2012 veröffentlichte, wiegelte die Flughafengesellschaft Presseanfragen damit ab, dass 3 Monate, also 90 Tage, Vorlauf durchaus für eine Veröffentlichung der An-und Abflugverfahren am neuen Flughafen BER ausreichen würden, was Fachleute energisch bestritten.

Mit welcher  Erklärung die Flughafengesellschaft heute, 79 Tage vor der geplanten Eröffnung des Flughafen BER  das andauernde Fehlen der An-und Abflugrouten im  aktuellen „Luftfahrthandbuch für Deutschland“ (AIP) begründen wird, erwarten nicht nur die Experten mit Spannung.

Der BVBB wiederholt daher:  die Inbetriebnahme des BER ist für den 03.06.2012 ausgeschlossen oder nur noch durch ein Wunder möglich!

Kristian-Peter Stange
BVBB-Pressesprecher
Fon. 030-65942439